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Lika Nüssli

1973*, St. Gallen

 

AS LONG AS I CAN BE A PART OF NATURE, I AM A SCULPTURE OF THE WORLD

In Nairs möchte ich die verschiedenen Stränge meines künstlerischen Schaffens noch mehr mit der Natur zusammenbringen. Mit Hilfe meiner Vorgehensweisen wie der Action Dehors, Zeichenrecherche, körperlichen Herausforderung und Experimente im Atelier, möchte ich meine Ausdrucksweisen dem Einfluss von Berg, Tal, Fluss und meteorologischer Veränderung aussetzen. Das Sinnliche der Pflanzen, Steine und Tiere beobachten und einweben. Eine Form der Kommunikation zu diesen Lebewesen suchen und transformieren. Was konkret dabei herauskommen kann, übersteigt gerade meine Vorstellungskraft. Ich erhoffe mir einen Ausbruch aus der Begrenzung meiner eigenen Wahrnehmung, Gedankengänge und Darstellungen.

 

Lika Nüssli forscht und experimentiert auf dem Boden der Narration bis in die verschiedenen Formen der bildenden Kunst. Ihr vielgestaltiges Werk umfasst Zeichnung, Illustration, Comic, Malerei, Installation, Performance und Texte. Viele ihrer Arbeiten sind unterwegs, während teils längerer Auslandaufenthalte in Belgrad, Paris, St. Petersburg, Moskau, Kairo und Palästina, entstanden. Diese Reisezeichnungen beschäftigen sich oft mit Repression, Zensur und der Stellung der Frau. Auch in ihren Action Dehors, die Lika Nüssli als Auseinandersetzungen mit Orten und Menschen versteht, nimmt sie Kontakt auf mit dem Publikum. Die dabei entstehenden farbigen Zeichnungen auf Stoff fangen Spuren des Moments ein und reflektieren die Vergänglichkeit. Die an der Hochschule Luzern – Design & Kunst ausgebildete Illustratorin, die zuvor Textildesign studiert hatte, ist bereits mehrfach mit Preisen für ihr Werk ausgezeichnet worden.

Nüsslis aktueller Graphic Novel «Starkes Ding», bei Edition Moderne erschienen, liegen die Erinnerungen ihres Vaters an seine Jugend als Verdingbub zugrunde. Schon in ihrer ersten Graphic Novel «Vergiss dich nicht», Vexer 2018, hat sich Lika Nüssli mit den eigenen Wurzeln beschäftigt. In einem unverkennbaren Stil, der einen feingliedrigen Strich mit ornamentalen Elementen verbindet, hat sie eine berührende Verbindung von Autobiografischem, Dokumentarischem und Fiktivem um die sich verändernde Beziehung zu ihrer an Demenz leidenden Mutter geschaffen.

Text: Anette Gehrig, Direktorin und Kuratorin Cartoonmuseum Basel

 

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