Lena Violetta Leitner erforscht die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und ihrer Umwelt und führt mit Humor und Ironie gesellschaftliche Funktionsweisen ad absurdum. Im Zentrum steht ein Perspektivenwechsel: Wie könnte unser Zusammenleben auch anders gedacht werden?
Während ihrer Residenz in der Fundaziun Nairs 2024 entwarf Leitner «Trainingsstationen» für eine Institution mit dem Namen Para(rt)sitic Protection Society (PPS). Dieses Projekt hat sie für ihre Einzelausstellung in Nairs weiterentwickelt. PPS versteht parasitäre Strategien nicht als ausbeuterisch, sondern als kreative, subversive Beziehungsformen mit künstlerischem und gesellschaftlichem Potenzial. In biologischen und ökologischen Prozessen regulieren Parasit*innen Machtverhältnisse, destabilisieren Monokulturen und schaffen neue Gleichgewichte – Dynamiken, die PPS auf soziale und institutionelle Kontexte überträgt.
In der Ausstellung laden ein Infoterminal, ein Chatbot sowie Rast- und Trainingsstationen zur Interaktion ein. Mit Eingriffen auf der Website der Fundaziun Nairs breitet sich PPS zudem im digitalen Raum der Institution aus. Inspiriert von Verhaltensweisen, mit denen sich Parasit*innen Zugang verschaffen, Ressourcen effizient nutzen und Wirt*innen subtil beeinflussen, werden Besucher*innen angeregt, Bewegungen, Haltungen und Zustände zu erproben, die sich jeder unmittelbaren Zweckmässigkeit entziehen – aber vielleicht langfristig Veränderung bewirken.
Lena Violetta Leitner (*1986, lebt und arbeitet in Wien) studierte Digitale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien (AT) und gründete 2017 das Integrationszentrum für Migrierte Pflanzen. Sie ist Mitbegründerin des öko-feministischen Kollektivs Danube Transformation Agency for Agency (DTAFA) sowie des Kollektivs OutSight.
Die Ausstellung wird unterstützt von:
Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Sektion IV – Kunst und Kultur (Republik Österreich)
Pastora Stiftung
Österreichisches Kulturforum Bern