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29. Dezember 2021—17. April 2022

Uriel Orlow «Up Up Up»

Die Kamera auf die Gebirgsflora gerichtet, verbindet Uriel Orlow den einzigartigen Mikrokosmos im Engadin mit den globalen Fragen des Klimawandels.

Ausgehend von Forschungsbefunden fokussiert er auf Migrationsbewegungen in der Biosphäre sowie auf die Wurzelkommunikation von Pflanzen. Solche Prozesse sind sowohl im Pflanzenreich als auch für menschliche Gesellschaften eine Herausforderung.

Mit Video und Arbeiten auf Papier macht der Künstler sichtbar, was die Natur dem Menschen möglicherweise voraushat.

Für seine Einzelausstellung in der Kunsthalle Nairs entwickelte Uriel Orlow während mehreren Aufenthalten vor Ort, durch Recherchen und im Austausch mit dem Nationalpark in Zernez neue Arbeiten, die Naturphänomene aufnehmen und sie in einen globalen Zusammenhang stellen. Im Zentrum stehen die Wechselbeziehungen zwischen Klimawandel und Botanik.

Die Erwärmung des Klimas verursacht Veränderungen in unserer Umwelt und in den Ökosystemen, die sich auf die Artenvielfalt der Pflanzen auswirken. Einige dieser Veränderungen und Auswirkungen vollziehen sich schneller, sind bereits stark sichtbar und erhalten grosse Aufmerksamkeit. Andere wiederum bleiben länger unsichtbar und entziehen sich der Aufmerksamkeit. Etwa Gebirgsökosysteme, die in einem interessanten Widerspruch stehen: Das Klima erwärmt sich schneller als im globalen Durchschnitt, die Reaktion der Vegetation ist jedoch langsamer als erwartet. Nichtsdestotrotz verlagern Pflanzen – von denen man oft denkt, sie seien unbeweglich – ihre Lebensräume, um den Bedingungen zu folgen, an die sie angepasst sind.

 

Mit «Up Up Up» geht Uriel Orlow diesem Phänomen mit seiner Kamera nach.

Im Austausch mit dem Schweizerischen Nationalpark in Zernez entwickelte Uriel Orlow neue künstlerische Herangehensweisen und Ästhetiken, die die Veränderung der regionalen Flora unter veränderten klimatischen Bedingungen spiegeln.

«Up Up Up» verbindet den einzigartigen lokalen Kontext im Engadin und dem Schweizerischen Nationalpark mit den globalen Fragen des Klimawandels.

Indem es den Dialog mit laufenden wissenschaftlichen Forschungen im Schweizerischen Nationalpark sucht, fördert das Projekt den Austausch zwischen Kunst, Wissenschaft und Umwelt und setzt sich mit neuen visuellen Methoden mit einem der wichtigsten Themen unserer Zeit auseinander.

 

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Zu Uriel Orlow

Seit Beginn entwickelt Uriel Orlow (*1973 in Zürich, lebt in London und Lissabon) seine künstlerische Arbeit durch ausgedehnte Recherchen und in Gesprächen mit Menschen.

Ausgangspunkt ist immer ein historischer Ort, ein Gebäude oder ein Gegenstand, der von den grossen Erzählungen der Geschichtsschreibung unbeachtet geblieben ist.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Ernst Göhner Stiftung – Philaneo – Volkart Stiftung – Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung – Stanley Thomas Johnson Stiftung – Erna und Curt Burgauer Stiftung – Pro Helvetia