Die Engadiner Architekturtage haben sich als Ort des Austauschs und der Diskussion drängender Fragen zur nachhaltigen Entwicklung der Baukultur etabliert – im Engadin und darüber hinaus. Sie sind auf Initiative von Roger Boltshauser entstanden und werden von ihm gemeinsam mit Christian Inderbitzin und ausgewählten Co-Kurator*innen konzipiert. Vorträge und Podiumsdiskussionen bringen regionale und internationale Protagonist*innen aus Architektur, Politik, Wissenschaft, Handwerk und Kunst zusammen, um Wissen und Erfahrungen zu teilen, Potentiale aufzuzeigen und neue Perspektiven zu entwerfen. Die seit 2021 jährlich Mitte Oktober im Unterengadin stattfindenden Kolloquien richten sich an ein breites Publikum aus Fachleuten, Einwohner*innen und der interessierten Öffentlichkeit.
Viele Strategien des nachhaltigen Bauens wurden hier bereits «avant la lettre» verfolgt: klimagerechtes Bauen, bauliche Dichte, Nutzungsdurchmischung, Suffizienz, robuste Typologien, Verwendung lokaler Baustoffe, einfaches Bauen, Reparierbarkeit, Re-use, Umbau, Umnutzung etc. Dabei sind Fragen der Baukultur immer auch Fragen der (baulichen) Identität und stets im Zusammenhang mit den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, klimatischen und landschaftlichen Voraussetzungen zu betrachten. Das Engadin verfügt mit seinen vielfältigen natürlichen und kulturellen Ressourcen über einen Reichtum, der nur durch einen bewussten und sorgsamen Umgang für kommende Generationen erhalten werden kann.
Der multidisziplinäre Austausch zwischen lokalen und ortsfremden Expert*innen ermöglicht neue Sichtweisen und innovative Ideen. Das Verständnis übergeordneter Entwicklungen ist wesentlich, um Handlungsmöglichkeiten im Sinne der Nachhaltigkeit zu erkennen. Dabei reichen die Handlungsfelder von Denkmalpflege über Infrastruktur und Städtebau bis zur Raumplanung. Die als alpines Hochtal geografisch klar umrissene Region (Unter-)Engadin bietet dabei eine präzise überschaubare Situation, um die Auswirkungen der «Moderne» auf die traditionelle Baukultur zu reflektieren und nachhaltige Zukunftsszenarien zu entwickeln.
Am 16. und 17. Oktober 2026 finden die 6. Engadiner Architekturtage statt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
5. Engadiner Architekturtage: Neue Bilder für die Alpen
Unter dem Titel «Neue Bilder für die Alpen» fanden vom 17.–18. Oktober 2025 zum fünften Mal die Engadiner Architekturtage statt. Im Fokus stand die kontinuierliche Veränderung der Alpen durch natürliche Kräfte wie Klima, Wasser und Erosion sowie durch menschliche Eingriffe. Eine interdisziplinäre Gruppe aus Wissenschaft, Kunst, Landschaftsarchitektur und weiteren Fachbereichen diskutierte diese Entwicklungen und mögliche neue Bilder für die Alpen.
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4. Engadiner Architekturtage: Anders bauen?
Im Rahmen der 4. Engadiner Architekturtage «Anders bauen?» diskutierten Architekt*innen aus dem In- und Ausland vom 18.–19. Oktober 2024 folgende Fragen: Welche Alternativen gibt es zu komplexen, industriell geprägten Bauweisen? Wie lässt sich ressourcenschonend und emissionsarm bauen? Und welchen Einfluss hätte dies auf unsere Wohn- und Lebensräume? Als Ausgangspunkt diente die traditionelle, klimaangepasste Baukultur des Engadins.
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3. Engadiner Architekturtage
Vom 20.–21. Oktober 2023 fanden die 3. Engadiner Architekturtage statt, die die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Areals Nairs mit seinen historischen Bauten in den Fokus rückten. Diskutiert wurden Perspektiven für Erhalt und Weiterentwicklung der ehemaligen Kuranlage mit Grand Hotel Tarasp, Büvetta und dem heutigen Künstlerhaus der Fundaziun Nairs. In Zusammenarbeit mit dem Studio Boltshauser der ETH Zürich entstand eine Ausstellung mit Entwürfen sowie ein Programm aus Vorträgen und Podiumsdiskussionen.
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2. Engadiner Architekturtage
Die 2. Engadiner Architekturtage vom 20.–22. Oktober 2022 widmeten sich erneut der Engadiner Baukultur. Persönlichkeiten aus dem Engadin diskutierten in drei Podien ihre Perspektiven auf das Tal, ergänzt durch kurze internationale Gastbeiträge. Dabei ging es um Fragen zur sinnvollen Umnutzung von Bestandsbauten sowie zu möglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Entwicklung im Einklang mit der Tradition.
Rückblick
1. Engadiner Architekturtage
Bauliche Identität prägt Städte und Dörfer, verleiht ihnen einen spezifischen Charakter, unterscheidet sie voneinander und macht sie zu Orten. Doch wodurch entsteht diese Identität eigentlich? Und wie kann sie bewahrt oder neu gedacht werden? Vor dem Hintergrund der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Engadins wurden diese Fragen im Rahmen der 1. Engadiner Architekturtage vom 21.–23. Oktober 2021 gemeinsam mit internationalen Gästen neu ausgelotet und diskutiert.
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